Standort Auggen

Handgefertigter Schmuck aus Mineralien – Anhänger aus Achat und Bohnerzjaspis

Ein Stein, der die Spuren von Eiszeitjägern, neolithischen Bergleuten und Hofkünstlern in sich trägt. Die Fundstelle bei Auggen im Markgräflerland gehört zu den ältesten Rohmaterial-Gewinnungsplätzen Deutschlands. Funde wie Gravettien-Spitzen datieren die Nutzung auf 27.000-15.000 v. Chr. (Holdermann 1996).
Der gelb-rot geflammte Bohnerzjaspis, ein Jurahornstein aus Sekundärlagerstätten, wurde nicht nur in Auggen verarbeitet. Magdalénien-Stationen im Breisgau zeigen Anteile von bis zu 60 % in ihren Inventaren (Pasda 1994). Einzelstücke gelangten sogar bis nach Neuwied-Gönnersdorf, rund 300 km nördlich (Floss 1994).
Die Bedeutung reichte über Jahrtausende: In der Neuzeit wurde Bohnerzjaspis in Freiburg, Waldkirch, Prag und Florenz zu Schmuck, Perlen und Ziergegenständen verarbeitet - teils für die Kunstkammern europäischer Höfe (Metz 1961; Distelberger 1978; Kaiser 2003).
Quelle: Michael J. Kaiser, Der Markgräfler Jaspis (2003).

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.