Was steckt wirklich in einem unscheinbaren Fundstein?
Diese Frage begleitet mich bei jedem Auftrag. Manchmal ist es ein Stein, der auf den ersten Blick nichts verspricht. Und genau dann passiert das Interessanteste.
Dieser Beitrag zeigt einen solchen Auftrag, Schritt für Schritt, so wie er wirklich war.
Der rohe Fundstein

Ein dunkler, unscheinbarer Kiesel. Raue Oberfläche, verwitterte Kruste, keine besonderen Merkmale von außen. Wir beide tippten zunächst auf etwas Achat-ähnliches. Vielleicht ein kleiner Fund aus dem Bach, vielleicht etwas Besonderes darunter.
Erste Schleifgänge und die Überraschung

Beim ersten groben Abtrag passierte etwas Unerwartetes. Keine Achat-Bänderung, keine mineralische Struktur. Stattdessen: ein tiefes, fast leuchtendes Blau. Glatt, homogen, mit feinen Einschlüssen.
Kein Mineral. Glas.
Genauer gesagt: historische Glasschlacke, wahrscheinlich rund 300 Jahre alt. Ein Überrest alter Glasproduktion, der über Jahrzehnte im Wasser gerollt und von der Natur geformt wurde, bis er aussah wie ein gewöhnlicher Bachkiesel.
Ich habe die Kundin sofort kontaktiert und ihr gezeigt, was sich im Inneren verbirgt. Das ist für mich selbstverständlich, gerade bei persönlichen Fundstücken. Sie war begeistert und wollte weitermachen.
Feinschliff und Glättung

An der Rundschleifmaschine werden die Kanten behutsam abgerundet. Schleifgang für Schleifgang verschwinden die groben Spuren. Die Struktur des Materials tritt immer klarer hervor. Die feinen Farbschattierungen und Einschlüsse, typisch für historische Glasschlacke, entfalten sich mit jedem Schritt mehr.
Es ist einer dieser Momente, in denen ich merke, warum ich diese Arbeit mache.
Hochglanzpolitur

Im Polierprozess bekommt das Stück sein finales Finish. Die Oberfläche wird spiegelglatt. Das Tiefblau bekommt eine Brillanz, die man einem Bachkiesel nie zugetraut hätte.
Was einst wie ein gewöhnlicher Kiesel wirkte, leuchtet jetzt wie ein Juwel.
Bohren und Montage

Im letzten Schritt wird der Anhänger mit einem Diamant-Bohrer gebohrt und mit einem Biegering versehen. Fertig verpackt und sorgfältig gesichert ging das Stück auf dem Postweg zurück zur Kundin.
Aus einem dunklen, unscheinbaren Bachkiesel ist ein Schmuckstück mit einer 300 Jahre alten Geschichte geworden. Eines, das die Kundin selbst gefunden hat. Das macht es zu etwas, das man nicht kaufen kann.
Du hast einen Stein, der dich neugierig macht? Ich schaue ihn mir gerne an. Über den Steinbearbeitungs-Rechner kannst du deinen Auftrag direkt anfragen.
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