Optische Planpolitur für Steine und Mineralien

Eine gute Politur glänzt. Eine optische Planpolitur ist außerdem eben: Die Fläche spiegelt wie ein Fenster, gerade Linien bleiben im Spiegelbild gerade, und die Politur reicht bis an die Kante, ohne dass der Rand abfällt. So poliere ich Steine und Mineralien in meiner Werkstatt in Auggen, mit einer Methode aus der Feinoptik und einer Prüfung, die Sie mit eigenen Augen nachvollziehen können: dem Probeglas.

Planpolitur im Probeglas-Test: Interferenzstreifen im monochromatischen Licht zeigen die Ebenheit der polierten Steinfläche

Was eine optische Planpolitur ausmacht

Viele Steine werden auf weichen Unterlagen wie Filz oder Leder poliert. Das gibt Glanz, aber die nachgiebige Unterlage folgt jeder Unebenheit: Die Fläche wird leicht wellig, die Ränder werden rund, und harte und weiche Zonen im Stein polieren sich unterschiedlich tief aus. Im Streiflicht sieht man dann eine Art Orangenhaut, und ein Spiegelbild auf der Fläche wirkt verzogen.

Bei der Planpolitur bleibt die Fläche über den ganzen Schliff eben. Daran erkennen Sie sie:

  • Unverzerrtes Spiegelbild: Ein Fensterkreuz oder eine Lampe spiegelt sich scharf und gerade, auch wenn Sie den Stein kippen.
  • Politur bis an die Kante: Der Rand fällt nicht ab, die Fläche endet scharf an der Rinde oder der Facette.
  • Kein Relief: Bänder, Einschlüsse und Holzstrukturen liegen in einer Ebene, statt als Hügel und Täler hervorzutreten.
  • Keine Kratzer im Streiflicht: Unter einer seitlichen Lampe zeigen sich keine Riefen aus früheren Schleifstufen.

Eine Methode aus der Feinoptik

Ausgebildet bin ich als Feinwerkmechaniker, in einem Betrieb mit über 100 Jahren Werkstatttradition in der Feinoptik, in der Fertigung von Messtechnik aus Glas. Dort zählt eine Fläche erst dann als fertig, wenn sie nachweislich eben ist. Genau so arbeite ich an Ihren Steinen:

  1. Planläppen mit Siliciumcarbid: Die Fläche wird auf einer ebenen Läppscheibe stufenweise feiner geläppt, vom Grobläppen (F80 bis F220) über den Feinschliff (F360 bis F400) bis zur Vorpolitur (F600 bis F800). Zwischen den Stufen reinige ich jedes Stück von Hand, damit kein grobes Korn in die nächste Stufe gelangt und neue Kratzer zieht.
  2. Politur auf Spezial Scheiben: Poliert wird auf Spezial Polierscheiben, wie sie auch in der Optikfertigung verwendet werden. Sie sind deutlich formstabiler als Filz oder Leder und halten die Fläche dadurch eben.
  3. Prüfung: Zum Schluss prüfe ich die Oberfläche im Streiflicht und die Ebenheit mit dem Probeglas.

Geprüft mit dem Probeglas

Ein Probeglas ist eine optisch plane Glasplatte. Legt man sie auf eine polierte Fläche und beleuchtet beides mit einfarbigem Licht, entstehen Interferenzstreifen, die sogenannten Newtonschen Ringe. Sie zeigen wie eine Höhenkarte, wie eben die Fläche ist: Gerade, parallele Streifen bedeuten eine plane Fläche, Ringe oder gebogene Streifen zeigen eine Wölbung. Ein Streifen entspricht dabei einer halben Wellenlänge des Lichts, also nur wenigen Zehntel Mikrometern.

Diese Prüfung ist der Grund, warum ich von einer optischen Planpolitur spreche. Auf Wunsch fotografiere ich das Interferenzbild Ihrer Fläche und lege es der Rücksendung bei. Eine bestimmte Ebenheit als Messwert sichere ich nicht zu, die Flächen sind für Sammlung, Präsentation und Mikroskopie gedacht, nicht als Mess- oder Referenzflächen.

Plan polierter Anschnitt eines Bohnerzjaspis aus Auggen mit rotem Kern, feinen Wachstumsstreifen und Politur bis an die graue Naturrinde

Für wen sich eine Planpolitur lohnt

  • Sammler und Händler: Achatscheiben, Anschnitte, Geodenhälften und Flachschliffe für Vitrine, Börse oder Verkauf. Auf einer planen Fläche wirken Bänderung und Farben am klarsten, und das Spiegelbild zeigt jedem Betrachter sofort die Qualität. Auch gekaufte Scheiben mit stumpfer oder welliger Politur lassen sich nachläppen und neu polieren.
  • Privatkunden mit eigenem Stein: Ein Fundstück, ein Urlaubsstein oder ein Erbstück, das eine Fläche bekommen soll, die man gerne in die Hand nimmt. Einzelstücke sind der Normalfall, eine Mindestmenge gibt es nicht.
  • Museen und Sammlungen: Präsentationsflächen an Sammlungsstücken, vorher abgesprochen und sorgfältig bearbeitet.
  • Firmen und Labore: Plane, polierte Proben für Auflichtmikroskop und REM. Dafür gibt es eine eigene Seite: Probenpräparation für die Mikroskopie. Für Geschäftskunden präpariere ich nach Absprache eine kostenlose Musterprobe.

Welche Steine sich plan polieren lassen

Ich bearbeite Steine und Mineralien ab Mohshärte 3. Die besten Ergebnisse erreichen Materialien zwischen Mohshärte 4 und 7, zum Beispiel Achat, Jaspis, Chalcedon, Bergkristall, Amethyst, Rosenquarz, versteinertes Holz, Feuerstein, Obsidian und Labradorit. Steine ab Mohshärte 8 wie Topas, Saphir oder Rubin biete ich nicht an. 

Einige Materialien setzen der Planpolitur natürliche Grenzen, das bespreche ich vorher mit Ihnen:

  • Gut spaltbare Minerale wie Fluorit: Beim Polieren brechen leicht kleine Schollen aus der Oberfläche, die matte Stellen hinterlassen. Mehr dazu auf der Seite Fluorit.
  • Weiche und harte Zonen in einem Stück, etwa bei manchem versteinerten Holz oder bei Achat mit Kalkeinschlüssen: Hier halte ich das Relief so gering wie möglich, ganz vermeiden lässt es sich nicht immer.
  • Risse und Poren werden durch die Politur nicht kleiner, sondern auf der glänzenden Fläche deutlicher sichtbar.

Preis und Ablauf

Für Steine, Scheiben und Anschnitte berechnen Sie den Richtpreis direkt im Steinbearbeitungs-Rechner: Beim Schleifen wählen Sie die Stufe „Poliert“. Der Preis richtet sich nach der Fläche in cm², dazu kommen eine Rüstpauschale von 4,00 € je Werkstück und eine Putzpauschale von 3,00 € je Scheibe. Die unverbindliche Anfrage geht direkt aus dem Rechner an mich. Für Museen, Firmen und besondere Stücke erstelle ich ein individuelles Angebot, schreiben Sie mir dazu über das Kontaktformular.

Die Werkstatt liegt in Auggen im Markgräflerland, zwischen Freiburg und Basel. Steine können Sie nach Absprache persönlich bringen oder aus ganz Deutschland per Post schicken.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hochglanzpolitur und Planpolitur?

Hochglanz beschreibt nur den Glanz. Eine Planpolitur ist zusätzlich eben: Das Spiegelbild bleibt unverzerrt, die Kanten bleiben scharf und harte und weiche Zonen liegen in einer Ebene. Jede Planpolitur ist hochglänzend, aber nicht jede Hochglanzpolitur ist plan.

Woran erkenne ich selbst, ob eine Fläche plan poliert ist?

Halten Sie den Stein so, dass sich ein Fensterrahmen oder eine Leuchtstoffröhre darin spiegelt, und kippen Sie ihn langsam. Bleibt die Linie gerade und scharf bis an den Rand, ist die Fläche plan. Wird sie wellig oder knickt sie am Rand ab, ist die Fläche gewölbt oder die Kanten sind rund poliert.

Können Sie gekaufte Achatscheiben nachpolieren?

Ja. Scheiben mit stumpfer, zerkratzter oder welliger Politur werden plan nachgeläppt und neu poliert. Dabei geht etwas Material verloren, bei dünnen Scheiben bespreche ich vorher, wie viel.

Ich schleife selbst. Kann ich nur die Politur machen lassen?

Ja. Wenn Sie Ihre Stücke bereits gesägt oder vorgeschliffen haben, übernehme ich die Feinstufen und die Politur. Grobe Riefen oder eine gewölbte Fläche läppe ich vorher plan, damit die Politur gleichmäßig wird.

Sichern Sie eine bestimmte Ebenheit zu?

Nein. Jede Fläche wird mit dem Probeglas geprüft, und auf Wunsch bekommen Sie ein Foto des Interferenzbildes. Für Sammlung, Präsentation und die Mikroskopie ist das mit Reserve ausreichend. Als Mess- oder Referenzflächen mit zugesichertem Wert sind die Flächen nicht gedacht.

Gibt es eine kostenlose Musterprobe?

Ja, aber nur für Geschäftskunden wie Firmen, Labore und Institute, die Proben für Forschung, Entwicklung oder Qualitätsprüfung brauchen. Die Musterprobe stimmen wir vorher ab, bitte schicken Sie kein Material ohne Rücksprache. Für Privatkunden gibt es keine kostenlosen Muster. Was die Politur Ihres Steins kostet, zeigt Ihnen der Steinbearbeitungs-Rechner schon vor der Anfrage.

Welche Steine bekommen die schönste Politur?

Dichte, gleichmäßig harte Materialien wie Achat, Chalcedon, Jaspis, Bergkristall und gut verkieseltes Holz. Je gleichmäßiger der Stein aufgebaut ist, desto ebener und spiegelnder wird die Fläche.

Die Übersicht aller Schleifstufen und Steine finden Sie beim Schleif- und Polierdienst, alle Leistungen unter Dienstleistungen.